
Geschichte der Bruderschaft der Chronisten
Der Herr der Spiegel von Hartmut B. Rücker erzählt die spannende Geschichte der Bruderschaft der Chronisten, die bis ins Jahr 1189 reicht. Der Mundschenk Bleibtreu rettet das Leben von Friedrich Barbarossa, Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Ein Ereignis, das nicht nur das Leben von Bleibtreu verändert, sondern Geschehnisse ins Rollen bringt, die rund 800 Jahre später zu einem ungeahnt großen Problem werden.
Die Spiegel
Die Bruderschaft der Chronisten beobachtet die Menschen durch spezielle Spiegel und dokumentiert alle wichtigen historischen Ereignisse. Viele Jahrhunderte lang agieren die Chronisten im Verborgenen. Sie beobachten das Leben der Menschen, die Spiegel sind ihre Augen, ihre Ohren.
Gier nach der Weltherrschaft
Doch plötzlich gerät die Welt der Chronisten ins Schwanken, als eine einzige Person sich über die Regeln der Bruderschaft hinwegsetzt und die Spiegel für unerwünschte Zwecke missbraucht. Der Plan dieser Person ist denkbar einfach: Herr der Spiegel zu werden, um damit die Weltherrschaft an sich zu reißen. Eine scheinbar aussichtslose Situation. Doch noch wurde das letzte Wort nicht gesprochen, noch ist es nicht zu spät, noch kann sich alles ändern!
Leseprobe
Ich sitze hier und warte. Vor mir, einem Fernsehapparat gleich, dessen Sendezeit längst schon vorüber ist, der Spiegel. Ich starre ihn an. Wie lange schon? Ich weiß es nicht. Ich zähle die Tage und Nächte nicht mehr. Sie haben keine Bedeutung für mich. Ein Gespenst. Ich bin ein Gespenst. Mich gibt es nicht. Nicht mehr. Ich bin aus der Welt entschwunden und eingetaucht in meine ganz persönliche Welt. Diese Welt besteht aus einem Raum, einem Tisch und vierundzwanzig Stühlen. Niemand weiß, dass es ihn gibt. Fast niemand. Hin und wieder erscheint Heinrich, um mich mit Essen zu versorgen oder die Bibliothek zu besuchen. Erscheint mir der Schlaf eine willkommene Abwechslung, die ich nie erreichen werde, so muss ich doch essen und trinken, um meine notwendigsten Körperfunktionen aufrechtzuerhalten – und um vielleicht eines Tages den Kampf meines Lebens zu führen.